ao. Univ.-Prof. Mag.art Dr.phil Marion Elias

Institut für Kunstwissenschaften, Kunstpädagogik und Kunstvermittlung (IKKK)
Abteilung Philosophie

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Curriculum vitae und Ausstellungen (auszugsweise)

Geboren 1960 in Wien.

1980-85 Studium der Malerei und Graphik an der damaligen Hochschule, heute Universität für angewandte Kunst Wien (bei Prof. Wolfgang Hutter),

2000-03 Doktoratsstudium der Philosophie ebendort (bei Prof. Rudolf Burger). Ab 1993 Lehrbeauftragte,

seit 1995 Universitätsassistentin, seit 2005 ao. Prof. am Institut für Bildende und Mediale Kunst.

Im Oktober 2008 Habilitation im Fach Kunst-Philosophie an der Universität für angewandte Kunst Wien.

Seit März 2009 ao. Univ.-Prof. Aktuell Leiterin der GAL (Gender Art Laboratory) und interim. Leiterin der Abteilung Philosophie der Angewandten.

Koordination und Realisation zahlreicher Ausstellungen und Projekte mit den Studierenden sowie Vortragstätigkeit, im In- und Ausland, Lehrveranstaltungen an der Angewandten aus den Bereichen Gender Studies, Mal- und Handwerkstechniken, Ästhetik der Farben, Philosophie;
Betreuungen von Diplomarbeiten und Dissertationen. Lehrende an der KinderuniKunst der Angewandten (bis 2015), Lehrende im postgradualen Lehrgang „Art and Economy“ der Angewandten, Betreuung von Masterthesises.

Im Sommersemester 2009 Seminar „Freskomalerei in Theorie und Praxis“, Bauhaus Universität Weimar, gemeinsam mit Prof. Achim Preiß (Ästhetik und künstlerische Forschung), 2009; Betreuung von PhD.- Arbeiten im praktischen und theoretischen Bereich (50% practice, 50% thesis) an der Bauhaus Universität Weimar. Seminare ad Maltechnologie in Österreich und im benachbarten Ausland.

Vorsitzende des Arbeitskreises für Gleichbehandlungsfragen (Seit 2005).

Seit 1982 zahlreiche Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen, national und international.

Würdigungspreis des Bundesministers für Wissenschaft und Forschung anl. der bei Studienabschluß erbrachten Leistung. Preisträgerin der internationalen Druckgraphikwettbewerbe in Pardubice (ehem.CSFR) und Cadaqués (Spanien), (1990 und 1992).

Illustrationsserie für einen Österreichischen Lebensmittelkonzern.

Gründung der KünstlerInnengruppe „Quidditas“ 2000.

Lehrveranstaltungen an der Universität für angewandte Kunst Wien in den Bereichen: Philosophie, Maltechnologie, Ästhetik der Farben, Gender Studies/Bildende Kunst. Initiatorin der Lectures-Serie „Aisthesis“.

Veröffentlichungen:

Zahlreiche Veröffentlichungen zur Kunst in Zeitschriften und Katalogen.

AISTHESIS

Ästhetik
zur Meßbarkeit einer Sensation
È bello cio che è bello
schön ist, was schön ist…

Vorträge aus dem Lectures-Programm;Volume 1

Mit Texten bzw. Beiträgen von:
Ida-Marie Corell, Eva-Maria Stadler, Frank Hartmann, Jan Svenungsson, Till Ansgar Baumhauer, Ingo Rentschler, Reinhard Friedl, Renate Brosch, Michael Lüthy, Gerhard Donhauser, Stephanie Guse, Matteo Giannasi, Ferdiand Schmatz, Marion Elias, Selçuk Erez, Nusin Arslan
Hg.: Marion Elias

Seitdem der Begriff der Schönheit marginalisiert und devalosiert auftritt und lediglich in Bereichen der Kosmetik Verwendung finden darf, ist er aus dem Kunstbereich so gut wie völlig eliminiert. Ein Automobil darf schön sein, ein Mann, eine Frau, ein Pullover, ein Haus, eine Vase, eine Blume, ja sogar ein Tier – ein Sonnenuntergang und ähnliches mehr. Die Abdankung der Schönheit (und zwar ausdrücklich im Bereich der Künste) – gefaßt ungefähr in der Mitte des 18. Jahrhunderts – im Kompendium schön, gut, wahr geht auf eine prinzipielle Erweiterung zurück, die unter einem anderen Namen ihren Auftritt feierte: Ästhetik (von altgriechisch aísthēsis „Wahrnehmung“, „Empfindung“) gehörte bis ins 19. Jahrhundert zwar zur Lehre von der wahrnehmbaren Schönheit, von Gesetzmäßigkeiten und Harmonie in der Natur und Kunst, zielt aber wörtlich auf einen Sinneseindruck, einen sinnlichen Reiz. Und nimmt also neben dem Schönen gleichermaßen Häßliches, Angenehmes, Unangenehmes und etwa Verstörendes auf. Die Alltagssprache hat aktuell aus ästhetisch bloß ein Synonym für schön, geschmackvoll oder ansprechend gemacht, mag sein eine Ersatzbezeichnung für die in Verruf geratene Schönheit. In der Wissenschaft generell wird unter dem Begriff die gesamte Palette von Eigenschaften, die darüber entscheiden, wie Menschen Gegenstände wahrnehmen, zusammengefaßt. Was nun die Philosophie betrifft, bezeichnet Ästhetik entweder die Theorie der sinnlichen Wahrnehmung allgemein, und zwar nicht nur die der Kunst, oder eine philosophische respektive soziologische Theorie von Kunst beziehungsweise Design. Betrachtet man kurz die Geschichte der Ästhetik, die bereits in der Antike und außerhalb Europas ihre Verortung findet und Verbreitung fand, entdeckt man Positionen wie etwa jene Immanuel Kants, der Ästhetische Bewertungen nicht allein über rein subjektive Kategorien wie „schön“ und „häßlich“, die wegen bestimmter Eigenschaften einem Gegenstand eingeräumt werden, entschieden sehen will, sondern über die Art und Weise der Sinnlichkeit oder Sinnhaftigkeit, Positionen, denen andere gegenüberstehen, die auf Verständlichkeit allein im Rahmen spezifischer Zeichensysteme setzen, oder Interpretationen, die Ästhetik quasi direkt simpel auf die Bewertung „schön“ und „häßlich“ beschränken (vor allem im angelsächsischen Raum) und auf die Frage, nach welchen empirisch zugänglichen Kriterien derartige Urteile zustande kommen. Eine finale Bestimmung des Begriffs ist, wie bei all jenen Begriffen, die eine Geschichte haben, nicht zulässig und nicht abzusehen.

Die Frage, der das Programm
AISTHESIS
zur Meßbarkeit einer Sensation
„È bello cio che è bello – Schön ist, was schön ist“ – ??
nachzugehen versuchen will, ist logisch und konkret:
Kann man heutzutage der Ästhetik noch auf die Spur kommen und über sie debattieren, ohne etwa auch kontemporäre neurologische Kenntnisse miteinzubeziehen? Welchem Wandel zeigen sich die Begriffe Schönheit, Ästhetik und Wahrnehmung unterzogen? Glauben wir an Theorien um schön oder nicht schön ohne zu bedenken, was eigentlich im menschlichen Gehirn vor sich geht, sobald ein sinnlicher Reiz zu verarbeiten ist? Wo und wie wirkt der eigentlich, ist die Kondition, ist das Resultat immer und überall ein- und dasselbe? Verstehen wir die Gesetzmäßigkeiten der Vorgänge im Gehirn? Was resultiert aus den Erkenntnissen der Hirnforschung? Wie frei ist nun ein Mensch tatsächlich mit seinen Entscheidungen, seinem Willen, dem Denken, dem Urteilen? Wie funktioniert das mit einer Sensation, die wir für selbstverständlich halten? Wie zeigt sich aisthesis, gefaßt als Wahrnehmung, interpretiert von KünstlerInnen, WissenschaftlerInnen und HirnforscherInnen, mit oder ohne Verweis auf das Motiv Schönheit“?
Aisthesis ist eine spezielle „Symposion-Form“, die sich auf eine Reihe von Gast-lectures in lockerer Reihenfolge stützt. über mehrere Semester oder Jahre sollen über die Vorträge Gemeinsamkeiten und Unterschiede zum Thema behandelt, debattiert und festgehalten werden. Resultat sind – wie es sich gehört – weitere Fragen, die der Vorläufigkeit unserer Welt entsprechen.

  • (Nach)Wirkungen. Ad Alice Schwarzer. Katalog zur Ausstellung, 2010, ISBN 978-3-85211-155-1
  • Indisciplinabile; Skizzen zur Philosophie der Kunst; eine Reflexion. (Habilitationsschrift), VDG Weimar, 2009,
    Ebook: ISBN 978-3-89739-634-0
    Papier: ISBN 978-3-89739-634-0

„Indisciplinabile“, italienisch, „unbändig, nicht in Zucht zu halten“, älter auch: „unlenkbar“, „der nicht zu ziehen ist“

Der italienische Ausdruck „indisciplinabile“ ist abgeleitet vom Lateinischen „indisciplinabilis“, dem Gegensatz von „disciplinabilis“, was lernfähig, schulungsfähig, aber auch „dreßierbar“ bedeutet.

Wir sind daran gewöhnt, daß die Welt, vor allem die akademische oder universitäre, unterteilt ist in Disziplinen, streng reglementiert, Kompetenzhoheit inklusive. Gleichzeitig sind die Begriffe „interdisziplinär“ beziehungsweise „multidisziplinär“ zu einer Art modischem Kanon geworden, obwohl sie sich allzu oft als bloße Pathosformeln erweisen. Das scheinbar „barbarische“ Indisciplinabile, zum Teil auch im Sinne eines Wortspiels aufgenommen, verweist unter anderem auf „Freiheit“, auf die Freiheit des Denkens und künstlerischen Tuns und klingt, absichtlich, vielleicht sogar ein wenig nach „gefährlich“: Was nicht zu bändigen ist, behält seinen bedrohlichen, unfügsamen Kern.

Meines Erachtens entsteht jeder Gedanke, der etwas Wert ist und jedes Kunstwerk, das eines sein soll, aus einer derartigen Situation.
Unter dieser Prämiße versteht sich der Titel „Indisciplinabile“ nicht als Apologie einer kontemporären Disziplinen-Vermantschungßtrategie, sondern als Votum für „Unordnung mit Fragezeichen“ – für die Überprüfung der Ordnung und Ordnungen, die wir um die Kunst und das Denken gelegt sehen. Für die Debatte um die angeblichen Gegensätze, für die Ermittlung vertretbarer Ähnlichkeiten, Berührungspunkte, Übergänge. Für einen offenen Bogen von Möglichkeiten.

  • Niemandsland; aus dem Notizbuch eines Malers. (Dissertationsschrift), VDG Weimar, 2005, ISBN 3-89739-486-3

Niemandsland ist das Gebiet zwischen feindlichen Linien, unerforschtes, herrenloses Terrain. So steht es im Wörterbuch. Für das Metier der Malerei wird dieses Niemandsland in der vorliegenden Abhandlung bildlich zum Standort, für die Maler zur Kolonie: Eine Ecke, die nirgendwo dazugehören soll, nicht einmal mehr zur Kunst, und die keiner will. Unnotwendig, veraltet, obsolet. Malerei, bloß Bilder, damit kann man doch heutzutage nichts mehr anfangen. Aus dieser Position heraus entwickelt Marion Elias eine skeptische Intervention zum üblich gewordenen, theoretisch-überfrachteten Regelkanon der kontemporären bildenden Kunst. Blickwinkel dabei bleibt das Atelierfenster, der Standpunkt ist der einer Fragenden, einer Bildermacherin, die gerne auf den Ausdruck „Künstler“ verzichtet und auf der geschlechtslosen Version „Maler“ ohne -in besteht.

Die Autorin zerlegt in konsequenter Beweisführung jene (behaupteten) Normen, über die eine mainstreamprägende Fachwelt zu zementieren versucht, was denn Kunst wäre, was sie darf und soll.

Mutig und pointiert erteilt Elias der eingespielten Phraseologie, der Schlampigkeit der Begriffe und Inhalte, dem Pathos einer nicht kunstimmanenten und somit keineswegs verpflichtenden Aufgabenserie eindeutige Absagen.

Der offene Bogen an Argumentationen spannt sich dabei von der Renaissance bis ins Heute und entkräftet wenigstens zwei „Leitsätze“: den der Marginalisierung der Malerei sowie den der Diskriminierung des Ästhetischen.

Wenn Kunst etwas nicht sein sollte – dann – durchschnittlich.

  • Quidditas – Die Geschichte. Intervention zu bildender Kunst. Katalog zum Projekt, 2002, ISBN 3-85211-097-
  • Marion Elias: Engel lassen sich in Baden nieder – zu himmlischen Klängen. Univ. für Angewandte Kunst, 1999, ISBN 3-85211-077-7
    EngelSessel – Geschichte einer Aufregung. Katalog zum Projekt, 1998, ISBN 3-85211-078-
  • Marion Elias, Monographie. 1993

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