Dialektik und Anti-Dialektik 21.-23.3.2024, Konferenz

Dialektik und Anti-Dialektik 21.-23.3.2024, Konferenz

Tagung

Dialektik und Anti-Dialektik

21.-23.3.2024

Universität für angewandte Kunst, Wien
Oskar-Kokoschka-Platz 2, 1010 Wien; Hörsaal 1

Konzeption: Antonia Birnbaum und Helmut Draxler in Zusammenarbeit mit Marina Vishmidt

Programm Folder (Download)

Recordings 

Danke für Ihr großes Interesse an unserer Tagung! Die Aufnahmen sind auf dem YouTube-Kanal der Universität zu sehen.

Thank you for your great interest in our conference! The recordings are available on the University’s YouTube channel.

(see English below) Im Denken der Moderne stehen sich Dialektik und Anti-Dialektik zumeist diametral gegenüber. Dem jeweiligen Anspruch an Wahrheit, Kohärenz in der Argumentation und Stringenz in der ethisch-politischen Positionierung scheint man nur durch ein rigoroses Entweder – Oder nahekommen zu können. Während sich die Dialektik hierbei – im Durchgang durch Negation und Widerspruch – stets als der Königsweg zur Wahrheit stilisierte, will die Anti-Dialektik – in ihren existenzialphilosophischen, pragmatistischen oder auch monistischen Ausprägungen – gerade darin ein Problem sehen, insbesondere hinsichtlich der unterschiedlichen Voraussetzungen des dialektischen Denkens selbst. Der Anti-Dialektik ließe sich leicht eine Ausblendung von Widersprüchen und Negativität sowie eine Abhängigkeit von eindimensionalen, eben undialektischen Prozessbegriffen vorwerfen. Doch auch die Dialektik scheint, indem sie konstitutiv die Wahrheit verfehlt, gleichsam in logischer Konsequenz ihre Gegenposition immer wieder aufzurufen. Das heißt, Dialektik und Anti-Dialektik sind stärker miteinander verknüpft als es die je eigenen Rationale wahrhaben wollen. Die Dialektik wird durch ein anti-dialektisches Moment heimgesucht, das ihrer Vermittlung entgeht, während die Anti-Dialektik immer wieder ihre dialektische Vereinnahmung erleidet und doch loszuwerden trachtet. Wie wäre die Wechselseitigkeit dieser Verfehlungen, die Polarität von Dialektik und Anti-Dialektik zu denken? Dialektisch oder antidialektisch? Oder verlangt diese Polarität, die logischen, ontologischen und politischen Dimensionen des Denkens auf neue Art zu problematisieren? Genau das wird die entscheidende Frage unserer Tagung sein.

Mit Beiträgen von/ Papers by:

Helmut Draxler – Der Entzug des Denkens

Antonia Birnbaum – Unordnungen in der Dialektik

Claudia Luchetti – Wie das Antlitz eines Gesichtes in unzähligen Spiegeln. Einheit und Mehrdimensionalität in Platons Dialektik
Jan Völker – Das Selbe und das Andere. Platon, Hegel, Marx
Keti Chukhrov – Cogito Ergo Sum: Performance or Dialectical Reasoning
Eric Alliez – Difference and Negation
Alexi Kukuljevic – The Scission of Form: Locating the Anti-dialectical Kernel of the Dialectic
Ray Brassier – Likeness of the Unlike: Reflection, Mimesis, and Affinity in Adorno’s Negative Dialectics
Marina Vishmidt – Dialectics and Anti-Dialectics: Between Affirmation and Negation
Zeynep Türel – Das Bild des Absoluten ist das Absolute. Zur Dialektik des Bildes in der Spätphilosophie Fichtes
Alexei Penzin – Hegel’s Unruhe and Beyond: Dialectics, Restlessness and Capitalist Modernity


Concept: Antonia Birnbaum and Helmut Draxler in corporation with Marina Vishmidt
In modern thought, dialectics and anti-dialectics are usually diametrically opposed. The respective claims to truth, coherence in argumentation and stringency in ethical-political positioning seem to be accessible only through a rigorous either-or. While dialectics – in its passage through negation and contradiction – has always stylized itself as the royal road to truth, anti-dialectics – in its existential-philosophical, pragmatist or even monistic forms – wants to see a problem precisely in this, especially with regard to the different prerequisites of dialectical thinking itself. It would be easy to accuse anti-dialectics of ignoring contradictions and negativity and of being dependent on one-dimensional, non-dialectical concepts of process. However, by constitutively missing the truth, dialectics also seems to call up its counter-position again and again as a logical consequence. In other words, dialectics and anti-dialectics are more closely linked than their respective rationales would like to admit. Dialectics is haunted by an anti-dialectical moment that escapes its mediation, while anti-dialectics repeatedly suffers its dialectical appropriation whilst striving to get rid of it. How should the reciprocity of these failures, the polarity of dialectics and anti-dialectics, be conceived? Dialectical or anti-dialectical? Or does this polarity require us to problematize the logical, ontological and political dimensions of thought in a new way? This will be the decisive question of our conference.

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