Walter Benjamins Peripherien der Moderne, Tagung, 5.-6.12.2023, Berlin.

Walter Benjamins Peripherien der Moderne, Tagung, 5.-6.12.2023, Berlin.

„Peripherien der Moderne. Walter Benjamins historischer Materialismus als literarisches Verfahren der Geschichtskritik“

Organisiert von Anne Eusterschulte und Simon Godart, Research Area 3: „Future Perfect“.

Programmhttps://www.temporal-communities.de/events/workshop-peripherien-der-moderne.html

Wir freuen uns sehr auf das gemeinsames Nachdenken über Benjamins Peripherien an der Freien Universität Berlin.

Die Tagung wird maßgeblich auf Deutsch stattfinden, mit Ausnahme der Beiträge von Noa Patish und Eli Friedlander, die auf Englisch gehalten werden.

Mit Beiträgen von: Anne Eusterschulte & Simon Godart (Freie Universität Berlin / EXC 2020), Daniel Moreno (Freie Universität Berlin), Alice Serra (Universidade Belo Horizonte, Brasilien), Lea Fink (Freie Universität Berlin), Noa Patish (Tel Aviv University), Michel Métayer (École supérieure des arts décoratifs de Strasbourg), Eli Friedlander (Tel Aviv University),   Antonia Birnbaum,  Christiane Heidrich(Universität der angewandten Kunst, Wien), Sebastian Tränkle (Freie Universität Berlin / EXC 2020), Lisa Memmeler (Freie Universität Berlin)

 

(English below) Für die neuerlich intensivierte Rezeption stellt das Verhältnis von Zentrum und Peripherie in Walter Benjamins Nachdenken über die Moderne und die Geschichte eine Herausforderung dar. In der Passagen-Arbeit, im Trauerspielbuch und in den kürzeren Texten wie dem Kunstwerk-Aufsatz oder den Thesen zum Begriff der Geschichte gehen beide Gesten Hand in Hand: die Zentralstellung beispielsweise von Paris als „Hauptstadt“ des 19. Jahrhunderts oder des Trauerspiels als Gattungssignatur des Barock einerseits, das Marginale und Vergessene, das Abwegige bzw. am Wege Liegengebliebenes historischen Geschehens andererseits, das erst in Konstellation ein Bild der Moderne entwickelt. Während erstere Perspektive vor allem thematisch Schwerpunkte in Benjamins Oeuvre setzt, zeigt sich im literarischen und kritischen Verfahren insbesondere am Umgang mit dem Material, dass Benjamins Konstellationen auch als Verhältnisbestimmungen eben zwischen Zentrum und Peripherie verstanden werden müssen.

Der Workshop „Peripherien der Moderne. Walter Benjamins historischer Materialismus als literarisches Verfahren der Geschichtskritik“ wird sich diesem Verhältnis in einer Durchsicht durch die verschiedenen Arbeitsstadien Benjamins widmen und die Relationen von Mitte und Rand in neuem Licht beleuchten.

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The relationship between centre and periphery in Walter Benjamin’s thinking about modernity and history poses a challenge with regard to the renewed interest in his work today. In the Arcades Project, in the Origin of the German Trauerspiel and in his shorter texts such as the essay on The Artwork in the Age of Mechanical Reproduction or his Theses on the Concept of History, both gestures go hand in hand: the centralisation of Paris as the „capital“ of the 19th century, for example, or of the Trauerspiel as the representative genre of the baroque era, on the one hand, and the marginal and forgotten, the erroneous or that which is left behind by historical events, on the other. It is only in their relation that he aims to develop an image of modernity – as a whole but also in its mutual constellation. While the former perspective sets thematic emphases within Benjamin’s oeuvre, a literary and critical approach shows, especially regarding the material, that Benjamin’s constellations must also be understood as determinations of the relationship between centre and periphery.

The workshop „Peripheries of Modernity: Walter Benjamin’s historical materialism as a literary procedure of historical criticism“ will be devoted to this relationship in a review of Benjamin’s various stages of work and will shed new light on the relationship between centre and periphery.

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